Samstag, 30. Juli 2011

Studiengebühren Bestpractice?!

Wie aus vertraulichen Kreisen bekannt wurde, hat Pressesprecher Herr Prem und Kanzler Zimmermann die Studiendekaninnen und -dekane gebeten, Beispiele für "Best Practice von aus Studienbeiträgen ermöglichten Verbesserungen" zu benennen, um einen Bericht des Bayerischen Staatsministers für Wissenschaft, Forschung und Kunst zu unterstützen. Herr Prem bat hierbei um Benennung von zwei Beispielen aus jeder Fakultät mit kurze Erläuterung bis zum Beginn der Sommerpause. Jede Fakultät wurde aufgefordert, die Best Practice Beispiele bis Freitag, den 29.07.2011 mittags, quasi über Nacht, an das Ministerium zu übermitteln.

Donnerstag, 21. Juli 2011

Demokratischer Ansatz "von unten"

Im Digicampus gibt es jetzt das Tool "Demokratix". Dort habt ihr noch bis zum 15.8.2011 die Möglichkeit ganz einfach mit ein paar Mausklicks auf Schwierigkeiten (und mögliche Lösungsansätze) an der Uni aufmerksam zu machen. Nutzt diese Chance, überlegt euch, welche Probleme in eurem Studiengang, in eurer Einrichtung oder auf dem Campus auftreten und beteiligt euch.

Der Meinungsbildungsprozess in Demokratix findet in vier unterschiedlichen Phasen statt, die jeweils einmal im Semester durchlaufen werden:



Phase 1 – Brainstorming

In der ersten Phase werden Probleme und passende Lösungsvorschläge eingereicht. Demokratix erkennt in dieser Phase automatisch, ob ähnliche Probleme oder Lösungsvorschläge bereits eingereicht wurden und zeigt den Studierenden diese gegebenenfalls an.



Phase 2 – Abstimmung

In der zweiten Phase erfolgt eine anonyme Abstimmung über die eingereichten Probleme und eine Bewertung der Lösungsvorschläge. Die Nutzer können eine feste Anzahl an Stimmen auf diejenigen Probleme verteilen, die ihnen am drängendsten erscheinen.



Phase 3 – Zwischenbericht

In der dritten Phase können die Hochschulangehörigen auf umfangreiche Berichtemit den Ergebnissen der Abstimmung zugreifen. Studierende, Universitätsmitarbeiter, Vertreter in

Hochschulgremien oder Mitglieder der Hochschulleitung können daraus gezielt Informationen aus einzelnen Fakultäten, Einrichtungen oder Studiengängen auswerten und für Diskussionen oder Entscheidungen heranziehen.


Phase 4 – Feedback

In der letzten Phase haben die Nutzer die Möglichkeit, darüber abzustimmen, welche in Demokratix eingetragenen Ideen bisher umgesetzt wurden.Entscheidungsträger erhalten so direktes Feedback von den Studenten, wenn ein Problem verbessert oder gar vollständig gelöst wurden.Umgekehrt werden Probleme, die nicht gelöst werden konnten wieder in den Abstimmungsprozess im nächsten Semester übernommen, so dass sie nicht verloren gehen.

Montag, 18. Juli 2011

Protestmails an die Politik



Skandale um die Studiengebühren gibt es genug und in der vergangenen Woche ist eine erneute Diskussion über die Studiengebühren in Bayern und Niedersachsen entbrannt. Beispielsweise stellte sich die Generalsekretärin der bayerischen FDP, Miriam Gruß, gegen Wolfgang Heubisch "Mein Ziel ist es, langfristig in Bayern die Bildung kostenfrei anzubieten und zwar von der frühkindlichen bis zur Hochschulausbildung", sagte sie. Rücktrittsforderungen hinter vorgehaltener Hand wurden laut und auch Seehofer trat mit seiner Äußerung die Studiengebühren prüfen zu lassen vielleicht einen Schritt zu weit vor, denn einen Tag später hieß es lediglich, es sei von einem Missverständnis die Rede: Man werde den "Verwendungszweck der Studiengebühren prüfen". Die FDP spricht nun von einem "Schwerpunkt in Bildung in der zweiten Legislaturperiode". Angeblich haben Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Sozialministerin Christine Haderthauer die Frage angesprochen und sich für stärkeren staatlichen Einsatz bei der Kinderbetreuung starkgemacht, Seehofer spricht über Mangel in der Praxis zum Thema Studiengebühren und "bleibt hellhörig".

Doch nicht nur die Gebühren, bzw. korrekt auch Beiträge genannt, machen uns Studierenden ja bekanntlich Sorgen, sondern auch das kommende Wintersemester mit seiner vorausprognostizierten Studierendenflut. Platzprobleme erfordern Wochenendseminare in Blockform, oder studieren bis 21:00. Die Experten konstatieren ein enormes Planungs- und damit auch Finanzierungsdefizit. Zeit endlich wieder etwas zu tun? Wolfgang Herrmann, Präsident der Technischen Universität München plädierte kürzlich sogar dafür, die Zweckbindung der Studiengebühren aufzuheben, denn was nichts koste sei auch nichts wert. Dies zog natürlich den Ärger der örtlichen Studierendenvertretung auf sich.

Auch wenn der Unmut groß ist, das Bündnis SOS gegen Studiengebühren spricht sich zunächst aufgrund der Klausuren- und Prüfungsphase für keinen Protest auf der Straße aus und dennoch will man im Moment nicht untätig bleiben, heißt es in einem Aufruf. Genauer, es geht um eine E-Mail Aktion, entweder die gefallenen Erzengel in der jeweiligen Partei zu unterstützen, oder den alteingesessenen Antibildungsteufeln die Hölle heiß zu machen. Soll heißen: In den Mails sollte vor allem die eigene Meinung zu Studiengebühren kund getan werden und zusätzlich auf das Verhalten der jeweiligen Person/Partei zum Thema eingegangen werden. Anschließend soll, wenn möglich, der Text als Kommentar auf der Facebook SOS Seite und auf den eigenen Pinnwänden als Inspiration für andere gepostet werden.

Es folgt eine kleine Zudammenstellung der möglichen Kandidaten und Kandidatinnen...


1. Horst Seehofer (CSU), Ministerpräsident von Bayern (E-Mail: LANDESLEITUNG@CSU-BAYERN.DE). Horst Seehofer hat sich am vergangenen Mittwoch Studiengebühren erst in Frage gestellt und sich am Donnerstag wieder für sie ausgesprochen.


2. Wolfgang Heubisch (FDP), Wissenschaftsminister (E-Mail: wolfgang.heubisch@fdp-fraktion-bayern.de). Ein Verfechter der Gebühren, Dr. med. dent. Heubisch hält sie für ein soziales Instrument.


3. Miriam Gruß (FDP), Generealsekretärin der Bayern-FDP (E-Mail: Miriam.Gruss@bundestag.de). Sie hat sich für die Abschaffung der Gebühren noch vor der Wahl im Sebtember 2012 ausgesprochen. Von Teilen der FDP wurde ihr deshalb der Rücktritt vorgeschlagen. Wissenschaftsminister Heubisch kritisierte sie stark.


4. Thomas Goppel (CSU), Ex-Wissenschaftsminister und jetzt im Hochschulausschuss (E-Mail: info@thomas-goppel.de). Praktisch der "Erfinder der bayerischen Studiengebühren". Er meinte bei Einführung das es kein Problem sei wenn jeder Student nur einfach 2 Stunden mehr Nachhilfe pro Woche gibt. Bis heute ein harter Ideologe für die Gebühren.


5. Bernd Sibler (CSU), Vorsitzender der Hochschulaussschusse im Landtag (E-Mail: buero@sibler.de). Sibler spricht sich, als tapferer Parteisoldat der er ist, weiter für Studiengebühren aus. Was er eigentlich denkt ist oft unklar, aber er bleibt zumindest der Parteilinie treu.


Die SPD, Freien Wähler, die Grünen, die Linken und die ÖDP sprechen sich im Übrigen gegen Studiengebühren aus. Sowohl die jeweiligen Landtagsfraktionen, wie auch die Parteien und deren Jugenorganisationen unterstützen großteils die Forderung nach Abschaffung der Gebühren.