Freitag, 30. April 2010

Demonstration am 1. Mai

Am 1. Mai findet auch in Augsburg eine Demonstration statt - und wir wollen mit dabei sein, um unser Anliegen zu vertreten und Solidarität mit den Anliegen der ArbeiterInnen und Angestellten zu bekunden.

Samstag, 1. Mai: 09:15 am Moritzplatz: Maidemo

Solidaritätserklärung zum 1. Mai

Solidarität ist eine Waffe – Machen wir von ihr Gebrauch

Weltweit gehen am 1. Mai die Menschen auf die Straße, um ihre
Unzufriedenheit mit den bestehenden Verhältnissen auszudrücken, sich
auszusprechen gegen Ausbeutung und Unterdrückung.
Wir Studierende erklären uns solidarisch mit den Anliegen der
ArbeiterInnen und Angestellten. Wir unterstützen ihren Kampf für bessere
Arbeitsbedingungen im Konkreten und für eine gerechte und solidarische
Weltwirtschaftsordnung im Allgemeinen.
In der gegenwärtigen Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung tritt der
Mensch nicht als selbst bestimmtes Individuum hervor, sondern wird
instrumentalisiert zu einer Funktion in einem Verwertungsprozess, er
wird zum bloßen Humankapital.

Die Wirtschaft dient nicht dem Menschen, sondern der Mensch der Wirtschaft.
Doch diese Funktionslogik beschränkt sich nicht nur auf die Wirtschafts-
und Arbeitswelt. Alle gesellschaftlichen Bereiche, und somit auch
Bildung, sind einer zunehmenden Ökonomisierung ausgesetzt.
Das Bildungssystem beruht auf Selektion statt auf Förderung. In keinster
Weise nimmt es die Aufgabe wahr, die Grundlagen für ein solidarisches
Miteinander zu schaffen, vielmehr beschränkt es sich, auf die
Vermittlung von Konkurrenz und Wettbewerb.
Lange waren die Universitäten ein letztes Refugium, das Raum zu
selbstbestimmter Bildung und freier Entfaltung bot. Doch mit Einführung
der Bachelor-Studiengänge hält nun auch hier das tayloristische
Effizienz- und Funktionalitätsprinzip Einzug.
Im Schulterschluss mit den Gewerkschaften und der sozialen Bewegung
wollen wir Studierende eintreten, für das Menschenrecht auf ein
selbstbestimmtes Leben.
Der Kampf für eine humane Gesellschaft stellt eine globale Verantwortung
dar und darf nicht partikularen oder gar nationalen Interessen geopfert
werden.

Am ersten Mai rufen wir Studierende dazu auf, gemeinsam mit Schülern,
Auszubildenden, Arbeitern und Angestellten für mehr Gerechtigkeit,
Selbstbestimmung und Freiheit auf die Straße zu gehen.
„Unsre Herrn, wer sie auch seien, sehen unsre Zwietracht gern, denn
solang sie uns entzweien, bleiben sie doch unsre Herrn .“
Bert Brecht, Das Solidaritätslied