Dienstag, 1. Dezember 2009

Wir feiern unser zweiwöchiges

Im Hörsaal 1 feiern wir heute Abend unser zweiwöchiges! Was alles schon passiert ist, was wir machen und wer wir sind, kann man morgen gut in unserer Einführungsveranstaltung erfahren.

Heute Abend freuen wir uns einfach über zwei konstruktive und ereignisreiche Wochen und werden auch ein wenig feiern. Wie immer freuen wir uns natürlich noch mehr über zahlreiche Besucher im besetzten Hörsaal 1!

Zusammenfassung 1.12. 20:00

Tagesordnung

  1. Protestchor
  2. Anfrage chinesischer Studierender
  3. Besuch StuRa WiWi/Jura
  4. Kinderuni
  5. Generalplenum
  6. Vortrag zur medialen Wirksamkeit
  7. Berichte aus den AGs

    • Mobilisierung
    • Dokumentation

  8. Sonstiges

Tagesordnungspunkt 1: Protestchor

  • Zwei neue Lieder, "Oh Heubisch" und "Die Bildung ist frei"
  • Auftritt des Protestchors für Donnerstag geplant

Tagesordnungspunkt 2: Anfrage chinesischer Studierender

  • Anfrage aus dem Sprachenzentrum, drei chinesische Austauschstudenten (Volkskunde) ins Plenum zu schicken, die Fragen stellen
  • Kennenlernen der Protestkultur in Deutschland
  • Bedenken bezüglich Diskussionsmöglichkeit (kritische Rückfragen etc), wird nochmal in Rücksprache mit Dozenten geklärt
  • Meinungsbild: Kritische Betrachtung und potentiell Einladung in den Hörsaal - positiv

Tagesordnungspunkt 3: Besuch StuRa WiWi/Jura

  • Umfrage vom StuRa WiWi, bisher zugunsten "Protest muss aufhören"
  • Hintergrund: einige Studierende haben Angst vor Prüfungen, Vorlesungen fallen aus (teilw. technische Gründe mit HS1)
  • Delegation war beim StuRa, hat sich Probleme erklären lassen
  • Keine weiteren Aktionen geplant außer erwähnte Umfrage
  • Angebot, Donnerstag im Abendplenum zu besuchen
  • Bedingung: Erster Punkt auf der Tagesordnung, ungestörter Vortrag der Problematik, Diskussion auf hohem Niveau
  • Abstimmung: Einladung für Donnerstag - angenommen
  • Wortmeldung: technische Vorzüge von HS1 nicht unbedingt notwendig
  • Nochmal der Hinweis, dass nicht über Ende der Besetzung abgestimmt werden kann

Tagesordnungspunkt 4: Kinderuni

  • Besuch von Technikern am Freitag zum Funktiontest
  • AG Kinderuni wird Pressesprecher der Uni über genaue Pläne bzgl unserer Pläne informieren
  • Input für die Eltern wird vorbereitet von AG Kinderuni und Andi, morgen wird nochmal gefragt

Tagesordnungspunkt 5: Generalplenum

  • Morgen 18 Uhr Wochenplenum mit Einführung für Neue und Rekapitulation für alle anderen
  • Mobilisierungsaktionen an Schulen und an Unis haben stattgefunden, morgen wir noch mehr mobilisiert
  • zu Beginn ein viertelstündiger Filmzusammenschnitt

Tagesordnungspunkt 6: Vortrag zur medialen Wirksameit

  • Gastredner: Gerd
  • wir als Bürgerrechtler, Interessen nicht von ein paar privaten Studierenden sondern Eintreten für nachfolgende Generationen
  • kritischer Punkt: Politik versucht Taktik des Aushungerns, nimmt uns nicht ernst
  • wir verhalten uns demokratischer und verantwortungsvoller als gewählte Vertreter der Demokratie
  • Vorschlag daher: selber so auftreten - nicht als Studenten sondern als Bürgerrechtler
  • Marktfixierung lässt Solidargemeinschaft untergehen. Besetzung in Hörsaal 1 hingegen das Gegenteil davon - Besetzung bringt den Besetzern eher Nachteile, bringt die Vorteile eher für die nachfolgenden Generationen
  • Vorschlag zur Außenwirkung: viele Bürger durchschauen das Fachchinesisch der Bildungspolitik nicht, vermuten eigene Luxusinteressen (gratis Studium, länger studieren). Daher: Draht zur Öffentlichkeit finden
  • Zukunft des Landes als Aufhänger, interessiert jeden. Wer uns zum schweigen bringen möchte, handelt unverantwortlich, was Zukunft des Landes angeht
  • Schwierig, mit Politik über Forderungen der Bildungsreform etc zu diskutieren - deren rhetorisches Gebiet, zu leicht auszuhebeln dort
  • Generationen vor uns haben Ressourcen aufgebraucht, haben das Klima ruiniert und das Geld verbrannt. Unsere Aufgabe: Alles wieder in Gang bringen, Werkzeug dafür fehlt allerdings
  • Zukunftssicherung als Angriffsfläche stabiler als "drehen wir hier an dieser Schraube und dann an dieser"
  • größeres Dach bietet leichteren Zusammenschluss mit anderen Gruppen in Deutschland
  • Diskurs vom Geld weglenken hin zum Menschen
  • konkrete Vorschläge:


    • ein Pate pro Hörsaal für einen anderen Hörsaal. Bei Räumung zieht sich der Pate etwa ein besonderes T-Shirt an. Resultat: jeder geräumte Hörsaal hinterlässt sichtbare Wunden
    • Ansprechen von Bildungsreformern, die seit Jahren gleiche Anliegen haben wie wir. Bekannte Fürsprecher suchen, etwa auch Prominente


  • Martin Luther King: "Wir sind nicht nur dafür verantwortlich, was wir tun, sondern auch dafür, was wir nicht tun"

Tagesordnungspunkt 7: Berichte aus den AGs

  • Mobilisierung:


    • Flashmob mit Zauberer und Versuchskaninchen waren mit zwei Bannern in der Stadt ("Wir sind keine Bachelor-Versuchskaninchen" + Homepage)
    • Mobilisierungsaktion an der Uni (Simpsons)
    • Mithelfer für den Infostand werden gesucht, Dienstplan hängt neben der Uhr aus


  • Dokumentation:


    • Videobeitrag für die Minute nach Weimar ("Ausrufung der Bildungsrepublik")
    • Unbedingt alle Aktionen dokumentieren


Tagesordnungspunkt 8: Sonstiges

  • Abstimmung: Aufräumaktion zwischen 10 und 11 - angenommen
  • Bericht: 130 Handynummern im SMS-Verteiler

Zusammenfassung 01.12. 14:00 Ringvorlesung

Bildung macht krank - und dann?

Heike Adami

Fau Adami absolvierte ihr Studium in Chemie, Rechtswesen und setzte einen Schwerpunkt auf Kosmetik, um später einmal an einer Berufsschule unterrichten zu können. Im Studium begegnete sie aber vielen Professoren, die kein Interesse an der Lehre und den Studierenden besaßen, da sie dadurch keinen Fortschritt in ihrer Forschungstätigkeit gewinnen konnten.
Im Lehrerberuf gefiel ihr zunächst, dass sie Schüler aus allen Milieus und mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen unterrichten konnte. Ihr gefiel sehr, dass sie die Schüler dort abholen konnte, wo sie gerade stehen und sie auf ihrem Lernweg begleiten und führen konnte. Frau Adami befindet sich seit dem letzten Jahr im Krankenstand.

Sie kritisierte in ihrem Vortrag die hohe psychische Belastung, die den Lehrern in ihrem Beruf auferlegt wird:

  • Lehrer müssen oft für überforderte Eltern die Erziehung der Kinder übernehmen und sind dabei an das Enge Korsett von 45-Minuten-Einheiten eingebunden;
  • Lehrer sollen interessanten, methodenreichen und vielseitigen Unterricht bieten, leiden aber oft unter der mangelhaften Ausstattung der Schulen und großen Klassen.
  • Weiterhin wird die Zahl verhaltensauffälliger Schüler in den Klassen immer größer, die Lehrer werden auf diesen Sachverhalt meist kaum, oder gar nicht vorbereitet bzw. haben auf Grund der zu großen Klassen gar nicht die Möglichkeit sich um jeden Schüler individuell zu kümmern.
Als Folge dieser Punkte entwickeln sich bei vielen Lehrern psychische Krankheiten wie das Burn-out Syndrom o.Ä. Die Eltern sollen wieder mehr in die Verantwortung genommen werden, damit die Verantwortung nicht länger so schwer auf den Schultern der Lehrer lastet. Als weiteren Kritikpunkte führte sie die starke Reglementierung des Beamtentums an:
  • kein Streichkrecht
  • unentgeltliche Mehrarbei
  • Lehrer als Spielball politischer Entscheidungen: Zwang im Bundesland zu bleiben, in dem man studiert hat, der immer steigende Verwaltungsaufwand.
Als negativ bewertet Frau Adami auch die Entwicklung, dass Quereinsteiger aus anderen Berufen als Lehrer eingesetzt werden können, obwohl diese keine tiefgreifende pädagogische Ausbildung genossen haben. Frau Adami appellierte abschließend daran das Lehramtsstudium wieder attraktiver zu gestalten und das Studium auch tatsächlich auf die Befähigung zum Lehrberuf auszurichten.

Zusammenfassung 30.11. 16:00 Ringvorlesung

"Politische Klugheit - Machiavelli für Praktiker"

Prof Dr Marcus Llanque

Einstieg

  • Vorlesungen bei Herrn Prof. Llanque beginnen für gewöhnlich mit der Frage "Ab wann wird ein Hörsaal politisch?"
  • bisher theoretische Überlegungen, in Hörsaal 1 allerdings praktische Realität
  • Zur Zeit Gelegenheit, Grunderfahrungen mit organisierter Zusammenarbeit zu sammeln
  • Engagement hier ist mehr als die Summe der Bemühungen von Individuen
  • Selbst bei Resultaten Eigennutz recht gering, profitieren würden hauptsächlich nachfolgende Generationen
  • Verantwortung im politischen Kampf ist mehr als Durchsetzung eigener politischer Interessen

Klugheit

  • jeder muss Ökonomie der Kräfte im Auge behalten
  • persönliche Ressourcen sind begrenzt, Haushalten mit Kräften notwendig
  • Klugheit schließt nach Machiavelli Listigkeit, Schlauheit und den Einsatz der Lüge in der Politik ein
  • Llanque: Klugheit schließt Taktik, strategisches Denken, richtigen Umgang mit Ressourcen ein
  • klug wäre etwa, Erschöpfungssituationen zu antizipieren und auch dafür zu planen
  • Max Weber: Man würde selbst das mögliche in der Politik nicht erreichen, wenn man nicht das unermögliche hin und wieder anstrebt
  • unbedingt im Denken flexibel bleiben, nicht Handlungslogik unterwerfen. Nicht: wer A sagt, muss unbedingt auch B sagen
  • wichtige Frage: Ab wann ist ein Kompromiss akzeptabel?

Zusammenspiel von Erfahrung, Urteilskraft und Augenmaß

  • Erfahrung in der Praxis ist nicht durch Seminare und Vorlesungen ersetzbar.
  • Autonomie als Schlüsselbegriff der Demokratie. Nur schwer theoretisch zu definieren, muss praktisch erfahren werden
  • Praxis als etwas, was den Wert in sich selbst trägt - ist nie umsonst
  • Praxis macht allerdings blind, man ist durch die Grenzen der Erfahrung begrenzt. Reflektion immer noch notwendig
  • Urteilskraft war Ziel deutscher Universitäten, bevor diese Berufsausbildungsstätten wurden
  • Eigentlich: Lernen, Dinge kritisch zu beobachten und anschließend Verantwortung dafür übernehmen
  • Chancen des Handelns müssen erkannt werden, Notwendigkeit des Handelns müssen erkannt werden
  • Augenmaß: Eigentlich ein Begriff von Max Weber
  • bedeutet zunächst: Verhältnis von Mittel und Zweck
  • nicht nur Zurücknahme von Handlungsmacht, sondern kluger Einsatz von Handlgungsmöglichkeiten. Beurteilung der Lage, der Konsequenzen von Handlung, etc
  • hier bei uns: keine Anarchie, nicht alle bisherig stummen kamen plötzlich zur Wort und nahmen sich, was sie wollten. Vielmehr: Diszipliniert
  • Strategiedebatte: Begriff der Strategie kommt aus dem militärischen, Strategien zu entwerfen heißt, klug mit den Ressourcen umzugehen, Kräfte des Gegners einzuschätzen, Ort und Zeit für geeigneten Einsatz der Kräfte auswählen, geordneter Rückzug
  • klugen Zeitpunkt für geordneten Rückzug wählen, um im richtigen Moment wieder kooperativ zuschlagen zu können
  • Rückzug, der gewollt ist und nicht etwa Niederlage

In der anschließenden Diskussion stellt sich vor allem der Wunsch heraus, einen konkreten Ansprechpartner für das Anliegen zu finden, der sich für das Durcheinander der deutschen Hochschulpolitik ansprechbar fühlt. Bisher war das Weglaufen vor Verantwortung für alle Beteiligten notwendig, der schwarze Peter der Verantwortung kann weitergeschoben werden.

Zusammenfassung 30.11. 18:00

Tagesordnung:


  1. Protestchor
  2. Open Mic
  3. Formalia
  4. Bericht vom IPBE aus München
  5. Kinderuni
  6. Grußwort der IGM
  7. Bericht aus den AGs

    • Mobilisierung
    • Presse
    • Ringvorlesung
    • Uni-Kontakt

  8. Mandat Erlangen
  9. Veranstaltungen
  10. Planung für Großplenum am Mittwoch
  11. Inhaltsdebatte
  12. Sonstiges

Tagesordnungspunkt 1: Protestchor

Vor dem Plenum fand die erste Probe des Protestchors statt, zu Beginn des Plenums dann auch direkt die erste Kostprobe

Tagesordnungspunkt 2: Open MIC

  • Ein Student stellt die Schwierigkeiten bei der Anerkennung seiner gesammelten ECTS-Punkte beim Wechsel zur Uni Augsburg vor
  • Viele Punkte einfach verschwunden

Tagesordnungspunkt 3: Formalia

Es werden noch einmal unsere Handzeichen erklärt

Tagesordnungspunkt 4: Berichte vom IPBE aus München

  • noch keine gemeinsamen Forderungen mit München
  • AG-Strategie / -AG Vernetzung

    • Volksbegehren?
    • Ausgeweitete Zusammenarbeit mit Schulen und Betrieben angedacht
    • Postkartenaktion angedacht
    • evtl. Flashmobs in allen Unis gleichzeitig
    • gemeinsame Demo aller Unis käme in Frage
    • Sammlung von Kontaktadressen anderer Unis
    • Kooperation (Partnerschaft mit der Uni Regensburg und Salzburg )

Tagesordnungspunkt 5: Kinderuni

  • endgültige Abstimmung, ob die Kinderuni in Hörsaal 1 stattfinden darf - angenommen
  • Zusätzliches Rahmenprogramm für Eltern soll organisiert werden - angenommen.

Tagesordnungspunkt 6: Grußwort der IG Metall

Vier Besucher von der IGM sprechen ihre Solidarität mit unseren Anliegen aus


Tagesordnungspunkt 7: Berichte aus den AGs

  • Mobilisierung

    • Am Montag fand die Schlaf"demo" statt, bei der Studierende mit Isomatten und Luftmatratzen am Königsplatz (vor McDonalds) ein Zeichen gegen den steigenden Leistungsdruck in G8 und Bologna setzten
    • Abstimmung über verstärkte Solidarisierung mit anderen Unis bei Räumung (Mailversand, Personal, etc) - angenommen
    • Über die Woche werden verstärkt Flyer verteilt
  • Presse: ein Fernsehmitschnitt von augsburg.tv wird vorgeführt
  • Ringvorlesung

    • Dienstag 14 Uhr: "Schule macht krank - und dann?"
    • Mittwoch: "Komplett andere Schule
  • Unikontakt

    • für Mittwoch werden Stellungnahmen der Unileitung erwartet
    • Unileitung stellt Frage nach dem Ende der Besetzung
    • Abstimmung, ob Forderungskatalog in den Stadtrat getragen werden soll - angenommen
    • Abstimmung, für jeden vom Bologna-Prozess betroffenen Studiengang ein eigenes Forum abzuhalten - angenommen

Tagesordnungspunkt 8: Mandat Erlangen

  • Vier Vertreter sollen zur Beobachtung zum bayerischen Vernetzungstreffen nach Erlangen entsandt werden

Tagesordnungspunkt 9: Veranstaltungen

  • Ab sofort sollen am Wochenende auftretende Bands auch auf der Homepage angekündigt werden

Tagesordnungspunkt 10: Planungen für das Wochenplenum am Mittwoch

  • Es soll verstärkt dafür geworben werden: Flyer, Aufrufe, persönliche Gespräche, etc

Tagesordnungspunkt 11: Inhaltsdebatte

Bearbeitete Punkte des Forderungskatalogs:
  • BAföG
  • Stipendien
  • Bolognaprozess
  • Studiengebühren
  • Konkurrenz der Hochschulen um Drittmittel
  • Verfasste Studierendenschaft & Mitbestimmung
  • Autonomie der Hochschule
  • Nummerus Clausus ( NC )

Antrag der AG Inhalt, an sieben Tagen pro Tag einen Beitrag zu diskutieren - angenommen

Tagesordnungspunkt 12: Sonstiges

Die Besprechung bzgl. des Forderungskataloges mit Regensburg wird auf Dienstag vertagt

Vertiefte Zusammenarbeit mit den Streikenden der Uni Regensburg

Aufgrund ähnlicher Ansichten und Ziele im Bildungsstreik setzen wir ab sofort auf eine vertiefte Zusammenarbeit zwischen den Streikenden an der Uni Regensburg und denen an der Uni Augsburg.

Wir, die Besetzer des HS1 in Augsburg freuen uns auf einen konstruktiven und ständigen Austausch mit unseren Gleichgesinnten in Regensburg!