Dienstag, 1. Dezember 2009

Zusammenfassung 30.11. 16:00 Ringvorlesung

"Politische Klugheit - Machiavelli für Praktiker"

Prof Dr Marcus Llanque

Einstieg

  • Vorlesungen bei Herrn Prof. Llanque beginnen für gewöhnlich mit der Frage "Ab wann wird ein Hörsaal politisch?"
  • bisher theoretische Überlegungen, in Hörsaal 1 allerdings praktische Realität
  • Zur Zeit Gelegenheit, Grunderfahrungen mit organisierter Zusammenarbeit zu sammeln
  • Engagement hier ist mehr als die Summe der Bemühungen von Individuen
  • Selbst bei Resultaten Eigennutz recht gering, profitieren würden hauptsächlich nachfolgende Generationen
  • Verantwortung im politischen Kampf ist mehr als Durchsetzung eigener politischer Interessen

Klugheit

  • jeder muss Ökonomie der Kräfte im Auge behalten
  • persönliche Ressourcen sind begrenzt, Haushalten mit Kräften notwendig
  • Klugheit schließt nach Machiavelli Listigkeit, Schlauheit und den Einsatz der Lüge in der Politik ein
  • Llanque: Klugheit schließt Taktik, strategisches Denken, richtigen Umgang mit Ressourcen ein
  • klug wäre etwa, Erschöpfungssituationen zu antizipieren und auch dafür zu planen
  • Max Weber: Man würde selbst das mögliche in der Politik nicht erreichen, wenn man nicht das unermögliche hin und wieder anstrebt
  • unbedingt im Denken flexibel bleiben, nicht Handlungslogik unterwerfen. Nicht: wer A sagt, muss unbedingt auch B sagen
  • wichtige Frage: Ab wann ist ein Kompromiss akzeptabel?

Zusammenspiel von Erfahrung, Urteilskraft und Augenmaß

  • Erfahrung in der Praxis ist nicht durch Seminare und Vorlesungen ersetzbar.
  • Autonomie als Schlüsselbegriff der Demokratie. Nur schwer theoretisch zu definieren, muss praktisch erfahren werden
  • Praxis als etwas, was den Wert in sich selbst trägt - ist nie umsonst
  • Praxis macht allerdings blind, man ist durch die Grenzen der Erfahrung begrenzt. Reflektion immer noch notwendig
  • Urteilskraft war Ziel deutscher Universitäten, bevor diese Berufsausbildungsstätten wurden
  • Eigentlich: Lernen, Dinge kritisch zu beobachten und anschließend Verantwortung dafür übernehmen
  • Chancen des Handelns müssen erkannt werden, Notwendigkeit des Handelns müssen erkannt werden
  • Augenmaß: Eigentlich ein Begriff von Max Weber
  • bedeutet zunächst: Verhältnis von Mittel und Zweck
  • nicht nur Zurücknahme von Handlungsmacht, sondern kluger Einsatz von Handlgungsmöglichkeiten. Beurteilung der Lage, der Konsequenzen von Handlung, etc
  • hier bei uns: keine Anarchie, nicht alle bisherig stummen kamen plötzlich zur Wort und nahmen sich, was sie wollten. Vielmehr: Diszipliniert
  • Strategiedebatte: Begriff der Strategie kommt aus dem militärischen, Strategien zu entwerfen heißt, klug mit den Ressourcen umzugehen, Kräfte des Gegners einzuschätzen, Ort und Zeit für geeigneten Einsatz der Kräfte auswählen, geordneter Rückzug
  • klugen Zeitpunkt für geordneten Rückzug wählen, um im richtigen Moment wieder kooperativ zuschlagen zu können
  • Rückzug, der gewollt ist und nicht etwa Niederlage

In der anschließenden Diskussion stellt sich vor allem der Wunsch heraus, einen konkreten Ansprechpartner für das Anliegen zu finden, der sich für das Durcheinander der deutschen Hochschulpolitik ansprechbar fühlt. Bisher war das Weglaufen vor Verantwortung für alle Beteiligten notwendig, der schwarze Peter der Verantwortung kann weitergeschoben werden.

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