Dienstag, 1. Dezember 2009

Zusammenfassung 01.12. 14:00 Ringvorlesung

Bildung macht krank - und dann?

Heike Adami

Fau Adami absolvierte ihr Studium in Chemie, Rechtswesen und setzte einen Schwerpunkt auf Kosmetik, um später einmal an einer Berufsschule unterrichten zu können. Im Studium begegnete sie aber vielen Professoren, die kein Interesse an der Lehre und den Studierenden besaßen, da sie dadurch keinen Fortschritt in ihrer Forschungstätigkeit gewinnen konnten.
Im Lehrerberuf gefiel ihr zunächst, dass sie Schüler aus allen Milieus und mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen unterrichten konnte. Ihr gefiel sehr, dass sie die Schüler dort abholen konnte, wo sie gerade stehen und sie auf ihrem Lernweg begleiten und führen konnte. Frau Adami befindet sich seit dem letzten Jahr im Krankenstand.

Sie kritisierte in ihrem Vortrag die hohe psychische Belastung, die den Lehrern in ihrem Beruf auferlegt wird:

  • Lehrer müssen oft für überforderte Eltern die Erziehung der Kinder übernehmen und sind dabei an das Enge Korsett von 45-Minuten-Einheiten eingebunden;
  • Lehrer sollen interessanten, methodenreichen und vielseitigen Unterricht bieten, leiden aber oft unter der mangelhaften Ausstattung der Schulen und großen Klassen.
  • Weiterhin wird die Zahl verhaltensauffälliger Schüler in den Klassen immer größer, die Lehrer werden auf diesen Sachverhalt meist kaum, oder gar nicht vorbereitet bzw. haben auf Grund der zu großen Klassen gar nicht die Möglichkeit sich um jeden Schüler individuell zu kümmern.
Als Folge dieser Punkte entwickeln sich bei vielen Lehrern psychische Krankheiten wie das Burn-out Syndrom o.Ä. Die Eltern sollen wieder mehr in die Verantwortung genommen werden, damit die Verantwortung nicht länger so schwer auf den Schultern der Lehrer lastet. Als weiteren Kritikpunkte führte sie die starke Reglementierung des Beamtentums an:
  • kein Streichkrecht
  • unentgeltliche Mehrarbei
  • Lehrer als Spielball politischer Entscheidungen: Zwang im Bundesland zu bleiben, in dem man studiert hat, der immer steigende Verwaltungsaufwand.
Als negativ bewertet Frau Adami auch die Entwicklung, dass Quereinsteiger aus anderen Berufen als Lehrer eingesetzt werden können, obwohl diese keine tiefgreifende pädagogische Ausbildung genossen haben. Frau Adami appellierte abschließend daran das Lehramtsstudium wieder attraktiver zu gestalten und das Studium auch tatsächlich auf die Befähigung zum Lehrberuf auszurichten.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich bitte um bessere Auswahl der Referenten in Zukunft!
Diese Dame hätte man mit ihrem egozentrischen, leidigen und den Lehrerberuf schadenden Weltbild nicht sprechen lassen sollen.
"Die armen Lehrer, die bösen Eltern."

Das einzige Problem ist die offensichtlich miserable Ausbildung der Lehrer, die man auch an dieser Person gut festmachen konnte.

Anonym hat gesagt…

Und es schadet vor allem dem Lehrerberuf, wenn man seit fast zwei Jahren krank ist, aber problemlos Vorlesungen halten kann und ein Buch schreiben kann, dass die Welt nicht braucht! Hauptsache die Kollegen vertreten einen und man kassiert sein Gehalt weiter!

Ein Lehrer der nicht krank ist!

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