Montag, 28. Dezember 2009

LMU geräumt

Der Audimax an der LMU in München ist, trotz anderslautender vorheriger Ankündigungen, heute in den Morgenstunden geräumt worden.

Die KommilitonInnen rufen dazu auf, sich für Aktionen und anschließendes Plenum zu treffen:

Montag, 28.12. 14:00 am Geschwister Scholl-Platz 1 in München

Wer aus Augsburg dort hin reisen möchte, kann sich hier oder auf der Mailingliste dazu noch mit anderen zusammen tun.

8 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Am Montag Abend findet wieder ein Plenum im Audimax statt. Wir müssen die nächste Absperrung (30.12-3.1) irgendwie vorbereiten um sie zu überstehen.

Viele Grüße aus München

Anonym hat gesagt…

Ein kleiner Ausschnitt vom Plenum, das wegen der Räumung vor der LMU stattfinden musste:
http://www.youtube.com/watch?v=TMPUiQ2huxw

Anonym hat gesagt…

Heute wurde auch in Würzburg geräumt:

Heute morgen um etwa 10:00 Uhr wurde der Max-Scheer-Hörsaal nach Aufforderung des Kanzlers geräumt. Polizei war mit 2 Streifenwagen anwesend, es kam allerdings zu keinerlei Zwischenfällen. Zuerst forderte der Kanzler die “sofortige” Räumung, was dann allerdings doch noch zu einer viertelstündigen Frist ausgeweitet wurde. Fast alles Material konnte geborgen werden, eine (kleine) Abstellkammer wird vorübergehend zur Verfügung gestellt.(...)

Weiterlesen: http://www.wuerzburg-brennt.de/blog/

Anonym hat gesagt…

Aus aktuellem Anlass veröffentliche ich die Presseerklärung zur Räumung in München:

Gegendarstellung zur ddp Pressemitteilung von Prof. Huber vom 28.12. - Stellungnahme der BesetzerInnen zur Räumung der LMU München und den Aussagen von Präsident Huber

1. Prof. Huber beruft sich darauf, dass sich der Protest völlig von den Interessen der Mehrzahl der Studierenden entfernt hätte.

Dies entbehrt jeder Grundlage. So äußerte sich die Vorsitzende des Konvents der Fachschaften, Marie Tzschaschel noch heute wie folgt zu der Besetzung: „Die Studierendenschaft der LMU stand bis zuletzt hinter der von den Besetzern erhobenen Kritik an der Bildungspolitik.“ Weiter ist nicht ersichtlich wie Prof. Huber zu dieser Einschätzung gekommen ist, da Möglichkeiten wie die Umfrage unter den Studierenden nicht genutzt wurden.

2. Nach Angaben der ddp rechtfertigte Präsident Huber die Räumung mit erheblichen Sachschäden in Höhe von 100 000 Euro.

Die BesetzerInnen legten während der ganzen vergangenen sechs Wochen großen Wert darauf, entstandene Schäden selbst wieder zu beseitigen und organisierten einen eigenen Reinigungsdienst, um jegliche Beschädigung zu vermeiden. Die angegebene Höhe der Sachschäden ist so für uns nicht nachvollziehbar. Die BesetzerInnen fordern eine genaue Auflistung der Sachschäden, da nicht ersichtlich ist, wie sich die Summe von 100 000 Euro zusammen setzt. Nach Informationen der Besetzenden liegt bis dato kein Gutachten vor. Weiter umfasst diese Summe nach unserer Informationslage außerdem u.a. die Kosten für einen Feuerwehreinsatz, der nachweislich auf das mutwillige Auslösen des Feueralarms durch Gegner der Besetzung zurückgeht.

3. Präsident Huber verwies weiterhin darauf, dass die Situation für die MitarbeiterInnen der LMU „einfach unerträglich“ gewesen sei und eine erhebliche Beeinträchtigung des Lehrbetriebs stattfand.

Die BesetzerInnen möchten darauf hinweisen, dass die Schließung des LMU-Hauptgebäudes dazu führte, dass Polizei-, Verwaltungs- und Sicherheitspersonal in der „stillen Zeit“ arbeiten mussten. Weiter wurde von den BesetzerInnen schon sehr früh ein Raumkonzept ausgearbeitet, dass für alle beeinträchtigten Vorlesungen adäquate Ausweichmöglichkeiten bereitstellte. Für 7 der 17 Vorlesungen, für die dies nur eingeschränkt möglich war, wurde das Audimax freigegeben. Diese Möglichkeit blieb von der Hochschulleitung ungenutzt. Sie riet den Lehrenden wegen eines angeblich bestehenden Sicherheitsrisiko davon ab, das Audimax zu nutzen. Nur deshalb blieb der Lehrbetrieb weiter gestört. Erst auf Drängen der Besetzenden hin stellte es die Hochschulleitung den Lehrenden frei, auf das Angebot einzugehen.

Anonym hat gesagt…

4. Präsident Huber stellte während seiner Ansprache heute morgen im Audimax fest, dass „kein Kommunikationsbedarf“ bestehe.

Die BesetzerInnen widersprechen entschieden. Seit dem Beginn der Besetzung fordern wir einen Dialog mit der Hochschulleitung. Insbesondere der Ausgang der Besetzungen in Bamberg und Regensburg zeigt, dass nur durch Kommunikation eine derartige Eskalation verhindert werden kann. Hier keinen Kommunikationsbedarf zu sehen spricht für sich. Weiter weigerte sich die Hochschulleitung vom Beginn der Besetzung an, mit dieser über Inhalte zu verhandeln. Einzig die Teilnahme Prof. Hubers an der Podiumsdiskussion konnte als Begegnung auf inhaltlicher Ebene verstanden werden. Rückblickend wurde die Hoffnung auf einen derartigen Dialog enttäuscht, denn insbesondere über das Angebot der Hochschulleitung war keine Verhandlung erwünscht. Auch das einzige direkte Gespräch zwischen Prof. Huber und den Besetzern behandelte keine Inhalte, sondern nur Verwaltungsfragen. Als die Situation durch die „stille Räumung“ von Seiten der Hochschulleitung radikalisiert wurde, waren es die BesetzerInnen, welche stetig einen Dialog suchten. Wir bedauern es sehr, dass eine Lösung in München nicht zustande kam, da die Hochschulleitung in vielen Bereichen ähnliche Forderungen und Ansichten vertritt wie die Besetzung. Unser Angebot zum inhaltlichen Dialog bleibt dabei unverändert bestehen.

5. Präsident Huber beschreibt die BesetzerInnen als unkooperativ, da sie auf seine „Kompromissvorschläge“ nicht eingegangen seien.

Zum einen möchten wir klarstellen, dass die BesetzerInnen auf das Angebot der Hochschulleitung (das im Nachhinein fälschlicherweise als „Kompromissvorschlag“ bezeichnet wird) eingegangen sind, deren Annahme jedoch an die bedingungslose Beendigung der Besetzung geknüpft war. Über diese Entscheidung erbaten sich die Besetzer von der Hochschulleitung Bedenkzeit, auf die von dieser mit der Setzung eines 24stündigen Ultimatums reagiert wurde. Innerhalb dieser Frist beschlossen die BesetzerInnen, das Audimax für die Vorlesungen freizugeben, die nicht adäquat verlegt werden konnten und im Weiteren den Inhalt des Angebots vor allem zu konkretisieren. Die Hochschulleitung reagierte hierauf mit Unverständnis, lehnte jedwede Nachverhandlung ab und zog ihr Angebot zurück. Die Besetzenden waren so stets um einen Kompromiss bemüht.

6. Präsident Huber rechtfertigt die Räumung damit, dass die Besetzer die „LMU für allgemein politische Ziele in Geiselhaft“ nehmen würden.

Der Vorwurf, der Betrieb der LMU München dürfe nicht darunter leiden, dass weiterreichende Forderungen gestellt werden ist nicht nachvollziehbar. Einerseits kann angesichts der Forderungen der Besetzenden an die LMU und den Freistaat Bayern nicht außer Betracht bleiben, dass sich die Besetzung stets um konkrete Verbesserungen bemühte. Andererseits möchten wir darauf hinweisen, dass Bildung ein Bereich ist, der in alle Teile der Gesellschaft hineinwirkt. Deshalb ist es unvermeidlich in einem Bildungsprotest auch andere gesellschaftlichen Bereiche zu thematisieren. Es ist also schlichtweg falsch, dass sich die Bewegung von Bildung als ihrem Fokus entfernt hätte.

Die BesetzerInnen bedauern es sehr, dass die eigentlich großen Gemeinsamkeiten zwischen Hochschulleitung und BesetzerInnen nur Potential blieben und bisher zu keinen konkreten Lösungen geführt haben.

Wir würden es sehr begrüßen, wenn im weiteren Verlauf des Protestes Hochschulleitung und Studierende gemeinsam für ihre Ziele gegenüber der bayerischen Staatsregierung eintreten würden. Würden wir vereint für die Abschaffung von Studiengebühren, die Einführung einer verfassten Studierendenschaft und die volle Ausfinanzierung der Hochschulen kämpfen, würden wir unseren Zielen schon einen erheblichen Schritt näher gekommen.


AG Presse
der Besetzenden der LMU München

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Sie erreichen uns unter:
e-mail: presse@unsereunibrennt.de
Tel.: 0152 / 28 52 82 16 oder 0177 / 198 34 31

Homepage: http://www.unsereunibrennt.de/

Anonym hat gesagt…

Münchner BesetzerInnen-Song zum download:
http://www.unsereunibrennt.de/content/studentenfutter-gegen-bildungshunger-0

Anonym hat gesagt…

Ähm, blöde Frage, aber wo kann man sich denn eintragen auf der Mailingliste?

Anonym hat gesagt…

Eine über 20minütige Sendung über die Räumung in München, zum downloaden:
http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=31385

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