Sonntag, 6. Dezember 2009

Einladung: Lesung politischer Gedichte

Am Mittwoch findet wieder unser wöchentliches Wiederholungs- und Einführungsplenum statt. Danach wartet diese Woche noch eine literarisch-politische Veranstaltung auf uns:
Mittwoch, 21:30 Lesung mit Tom Schulz und Gerald Fiebig: Politische Gedichte
Über zahlreiches Kommen und die anschließende Diskussion freuen wir uns natürlich, wie jedes Mal, sehr!

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1963 schreibt Hans Magnus Enzensberger: „… selbst in den freiesten Ländern vergeht zu unseren Lebzeiten kein Monat, ohne daß der Poesie, nach platonischem Rezept, wegen Gotteslästerung, Zuchtlosigkeit oder Staatsgefährdung der Prozeß gemacht wurde.“  Die Zeitschrift text+kritik schrieb darauf hin einmal (1973), dass die Poesie heute so frei ist, dass die  Mächtigen von ihr nichts mehr erhofften, der Ruhm und der Einfluss würde auf anderen Ebenen ausgetragen…
Ist dies wirklich so? Warum kann eine Lesung von politischen Gedichten im Kontext des Bildungsstreikes sinnvoll sein? Ist das Gedicht nicht per se poetischer Kommentar auf die Welt?

Tom Schulz, 1970 in der Oberlausitz geborenseit 2002 freier Autor und seit zwei Semestern Dozent an der Uni Augsburg und Gerald Fiebig, geboren 1973, Lyriker, Redakteur und (Experimental)-Musiker, der in Augsburg wohnt und selbst einmal an der Uni Augsburg studiert hat, lesen politische Gedichte.

Auf dem Buchrücken der Gedichtanthologie „… alles außer Tiernahrung“ (2009) , herausgegeben von Tom Schulz, steht geschrieben:
Dass die politische Lyrik tot sei, wird seit Jahren gern kolportiert. Doch in Wirklichkeit nimmt das politische Gedicht am Anfang des 21. Jahrhunderts wieder einen größeren Raum ein. Das liegt an der immanenten Aktualität kritischer Dichtung: In einer Zeit, in der die sozialen Systeme abgeschafft werden, die Grenzen zur Dritten Welt immer schroffer werden, von Kulturkämpfen die Rede ist, Massenarbeitslosigkeit zu einem Normalfall und Arbeit zu einer verhandelbaren Variablen geworden sind, ist es an der Zeit, diesen Themen, die wortwörtlich auf der Straße liegen, ein Forum zu bieten: in Form einer Gedichtanthologie, die es für die politische Lyrik seit zwanzig Jahren nicht mehr gab. Es sind Gedichte, die am Puls der Zeit wirklichkeitsnah die Umgebung sondieren, mitunter radikal Fragen stellen. In ihnen geht es schlichtweg um eine Form subjektiver Erklärung und Durchdringung der Gegenwart. Dementsprechend sind auch die Gedichte vielschichtig politisch.

Diskussion erwünscht!

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