Mittwoch, 2. Dezember 2009

Bildung wird weiter reduziert - Universitätsleitung lässt Kinderuni ausfallen

Die Studierenden im besetzten Hörsaal 1 der Universität Augsburg bedauern zutiefst die Entscheidung der Universitätsleitung, die Kinderuni am 5.12. derzeit ohne Aussicht auf einen Ersatztermin ausfallen zu lassen. Das am heutigen Abend versammelte Plenum reagierte geschlossen mit Unverständnis.

Zu jedem Zeitpunkt wurde und wird Kooperationsbereitschaft seitens der im Hörsaal anwesenden Studierendenschaft signalisiert und der Universitätsleitung kommuniziert. Warum sich diese überstürzt und ohne nochmalige Rücksprache und Klärungsbemühungen von den bisherigen Absprachen distanziert und zu einem solchen Schritt entschieden hat, ist vor allem nach der stets zuverlässigen Zusammenarbeit absolut unverständlich.

Bereits am zweiten Tag der Besetzung wurden vom Plenum Vertreter bestimmt, die sowohl in der Lage als auch dazu legitimiert sind, nachhaltige Zusagen zu machen und Vereinbarungen zu treffen. Die vom Plenum getroffenen Entscheidungen haben sich stets als zuverlässig und repräsentativ erwiesen. So wurden etwa, nach ausführlicher Diskussion, in Eigeninitiative alternative Raummöglichkeiten für ansonsten entfallende Veranstaltungen geschaffen um eine möglichst ungestörte Lehre weiterhin zu ermöglichen. Darüber hinaus wurde bereits am ersten Tag der Besetzung eine verbindliche Raumordnung beschlossen, in der etwa Angelegenheiten reglementiert werden wie Ordnung im Hörsaal, striktes Rauchverbot und rücksichtsvoller Umgang miteinander.

Von einer durch die Universitätsleitung angedeuteten "nur prinzipiellen Bereitschaft" kann nicht die Rede sein. Vielmehr ist einstimmig beschlossen worden, die Veranstaltung der Kinderuni in voller Länge und mit inhaltlich ungestörter Gestaltung stattfinden zu lassen. Lediglich eine symbolische 'Präsenzwache' von etwa 10-20 Studierenden sollte im Hörsaal verbleiben, um die Besetzung ruhig und ohne jegliche Störung aufrecht zu erhalten, während andere Studierende interessierten Eltern die Möglichkeit bieten sollten, sich über die momentane und zukünftige Bildungssituation zu informieren und sich darüber auszutauschen. Auf völliges Unverständnis, vor allem bei den im Plenum zahlreich vertretenen zukünftigen Pädagogen und Lehrern stießen vor allem die vollkommen unbegründeten Andeutungen bezüglich Sicherheitsbedenken.

Hinsichtlich der Sorge von Seiten der Unileitung, dass die technischen Geräte aufgrund der Besetzung nicht ausreichend gewartet werden könnten, ergab sich bei Gesprächen mit dem Gebäudemanagement der Universität, dass seit der aus Studiengebühren finanzierten technischen Neuausstattung des Hörsaals grundsätzlich keine Aussagen zur absoluten Zuverlässigkeit des Equipments getroffen werden könnten. Aus diesem Grund wurde Gebäudemanagement und Universitätsleitung uneingeschränkter Zugang für die technischen Überprüfungen und Vorbereitungen im Zuge der Kinderuni zugesichert.

Die im besetzten Hörsaal 1 für bessere Bildung streikenden Studierenden und Schüler bedauern die mangelnde Bereitschaft zu Kooperation und Kommunikation der Universitätsleitung. Zu jedem Zeitpunkt stand es in der Absicht der Studierenden, die Kinderuni ungestört stattfinden zu lassen - schließlich ist es das Bestreben derzeit Studierender, für künftige Generationen einzutreten und ihnen die Möglichkeit für bessere Bildung zu schaffen.

13 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

damn!

Anonym hat gesagt…

Ich kann nur bestätigen, dass ich auf mein Nachfragen eine eindeutige Erklärung bekommen habe, dass die Besetzer für die Kinderuni den Hörsaal freigeben wollten, lediglich ein Teil der Studenten wollte anwesend sein. Ich verstehe überhaupt nicht, warum die Universitätsleitung die Kinderuni nun ersatzlos gestrichen hat. Was ist nun mit den Kindern, die sich angemeldet haben? Was ist denn der eigentliche Grund, dass die Universitätsleitung die Veranstaltung nun tatsächlich ausfallen lässt???

myhead hat gesagt…

Augsburg: Universitätsleitung sagt “Kinderuni” ab um den Besetzern eins auszuwischen

Am 5. 12. sollte an der Universität Augsburg die traditionelle “Kinderuni” stattfinden. Nun sagt die Uni-Leitung die Veranstaltung ab - anscheinend aus Angst, dass sich die Eltern mit den protestierenden Studenten solidarisieren. [...]

http://www.plysn.de/myhead/2009/12/03/universitaetsleitung-sagt-kinderuni-ab-um-den-besetzern-eins-auszuwischen/

Anonym hat gesagt…

Ganz klar: Die Uni-Leitung will uns schlecht machen! Und sucht nach Gründen, uns los zu werden. Vielleicht sogar zu räumen. Was soll der Scheiß, Herr Prehm? Da wäre eine Klarstellung dringend notwendig!

Magnus hat gesagt…

Ist ja nicht sonderlich überraschend gewesen. Wenn die Unileitung die Wahl hat zwischen Kinderuni unter irregulären Bedingungen und der Absage mit gleichzeitigem Blaming der BestzerInnen, war die Entscheidung zu Gunsten der letzteren Option wahrscheinlich.

Und was die Räumung angeht: Das wird früher oder später passieren und dann kann man ja auch froh sein, wenn es die Unileitung ist und nicht eine Gruppe von besetzungsunwilligen StudentInnen.

Anonym hat gesagt…

auch wenns für die Kinder schade ist, richtige Entscheidung, denn jetzt wird in der Öffentlichkeit euch tollen wackeren Besatzern die alleinige Schuld dafür zugesprochen... selbst schuld... also raus aus dem Hörsaal!!!

Anonym hat gesagt…

Es ist meiner Ansicht nach ein Armutszeugnis für die Unileitung, mit solchen Mitteln den Besetzern den schwarzen Peter zuschieben zu wollen. Das ist eine ganz armselige Taktik...
Aber irgendeinen Sündenbock braucht man ja, nicht wahr?
Sehr schade für die Kinder, aber erpressen lassen sollte man sich auch nicht.
Wichtig wäre eine Gegendarstellung - vor allem eine, die auch die betroffenen Eltern erreicht! Wäre das möglich?
Denn auch hier auf diser Seite kann man einwandfrei nachvollziehen, dass die Studenten durchweg bereit waren, die Kinderuni stattfinden zu lassen.

Anonym hat gesagt…

Eine Gegendarstellung, die auch die ELtern erreicht, wäre eine prima Sache! Gibt´s da eine Möglickeit?

Magnus hat gesagt…

Die Stellungnahme muss halt an die Presse rausgehen. Und zwar schnell, denn morgen dürfte die PM der Uni in der AZ stehen.

Florian (AG Presse) hat gesagt…

Wir haben diese Gegendarstellung hier bereits gestern Nacht an verschiedene interessierte Pressestellen versandt.

Anonym hat gesagt…

"Ein Arrangement zwischen den Veranstaltern der Kinderuniversität und den Besetzerinnen und Besetzerinnen, das auf klare und eindeutige Vereinbarungen hinausliefe, auf deren Grundlage die genannten Probleme soweit kalkulierbar gemacht werden könnten, dass eine Kindervorlesung im anhaltend besetzten HS I u. U. zu verantworten wäre, scheitert an der basisdemokratischen Organisation und amorphen Struktur der Besetzer-Community. Sie verfügt über keine Sprecherinnen und Sprecher, die faktisch dazu in der Lage bzw. dazu legitimiert und mit der Autorität ausgestattet wären, nachhaltige Zusagen zu machen bzw. Vereinbarungen zu treffen, die für die ganze Community bindend wären."

Das schreit nach einer Gegendarstellung!

Florian (AG Presse) hat gesagt…

Steht doch schon drin in unserer Gegendarstellung :)

Anonym hat gesagt…

Zwei Dinge:
1. Sicherheitsbedenken: diese sollten nun von unserer Seite an die Uni gerichtet werden, für jede Veranstaltung, die in einem überfüllten Raum stattfand und findet (Leute, die auf den Treppen Fluchtwege versperren usw.), um zu zeigen, dass diese ein Scheinargument sind und mit Unialltag und gewöhnlichem Verfahren nichts zu tun haben.
2. Gestern im Plenum wurde der Vorschlag angenommen, ein inhaltlich aufbereitetes Alternativangebot anzubieten. Was spricht dagegen, den ursprünglichen Referenten zu bitten, seine Veranstaltung in von uns organisiertem Rahmen dennoch zu halten. Es bestehen sicherlich keine Verträge, die der Unileitung Exklusivrechte zusichern. Wenn sich der Professor solidarisch zeigt und einverstanden ist, sehe ich keine weiteren Probleme. Das hätte auch den positiven Nebeneffekt, die Unileitung als nur zu sehr wenig fähig darzustellen.

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