Mittwoch, 18. November 2009

Zusammenfassung zum Bologna-Prozess

Unsere AG Info hat eine tolle Zusammenfassung zum Bologna-Prozess vorgetragen, dessen Abschrift uns mittlerweile erreicht hat. Vielen Dank an die AG Info für die gute Arbeit!

Die Bologna-Erklärung wurde 1999 von 29 europäischen Bildungsministern vereinbart und ist völkerrechtlich nicht bindend. Ziel ist ein einheitlicher europäischer Hochschulraum bis 2010. Alle zwei Jahre finden Treffen zur Überprüfung des Fortschritts statt. Inzwischen machen 46 europäische Staaten mit.


Hauptziele

Die Förderung von Mobilität, von internationaler Wettbewerbsfähigkeit und von
Beschäftigungsfähigkeit. Konkret: Bachelor/Master, Credit Points.


Deutschland

Wegen dem Bologna-Prozess und der Föderalismusreform verlieren nationale Gesetze an Bedeutung. Aufhebung des Hochschulrahmengesetzes wird seit 2007 vorangetrieben, ist aber noch nicht ganz abgeschlossen: Der Bund gibt seinen Einfluss auf die Unis weitgehend auf. Damit mussten die Länder neue Gesetze verabschieden und bekamen mehr Kompetenzen. Größere Autonomie der Hochschulen das Ziel. Eigentlich also ein Schritt in Richtung weniger Einheitlichkeit innerhalb Deutschlands.


Kritik


Entstehung

Die Ideen aus der Vereinbarung ähneln den Forderungen eines großen europäischen Industrieverbandes ERT, die dieser einige Jahre vorher eine Arbeitsgruppe zum Thema Bildung hatte. Dieser Verband vertritt die Anforderungen an die Industrie an das Bildungswesen. Er fordert unter anderem engere Verbindungen zwischen Uni und Industrie. In  Übereinstimmung mit dem CHE (Centrum für Hochschulentwicklung, gegründet u.a. von der Bertelsmann Stiftung) wird eine eher breite als tiefe  Ausbildung gefordert und vor allem Lernfähigkeit, Motivation und ein belastbares Fundament für lebenslanges Lernen. Ihr sollt also nach dem Bachelor vor allem leistungsbereit sein und fähig, euch an die aktuellen Anforderungen anzupassen.


Umsetzung

• Es wird eine neue Idee von Bildung etabliert. Uni ist nicht mehr für Persönlichkeitsbildung, Urteilsfähigkeit, unabhängiges Denken zuständig und verliert ihre Autonomie gegenüber der Wirtschaft. Studiengänge werden an die Ziele der Wirtschaft angepasst.
• Ziele werden nicht erreicht: Mobilität. Jede Uni erfindet ihre eigenen  spezialisierten Studiengänge. Wechsel in andere Unis oder Länder nach wie vor schwierig. Nicht am ursprünglichen Vorbild des amerikanischen BA mit breiter Grundbildung orientiert.
• Hoher Druck auf Studenten: Viele Leistungsnachweise; keine Gestaltungsmöglichkeiten des Studiums; Komplikationen, wenn man Veranstaltungen verpasst: Erschwert Auslandsaufenthalte und Praktika. Verlust von Selbständigkeit im Studium.
• In Deutschland werden viele Änderungen mit Bologna begründet, die so überhaupt nicht in der Vereinbarung stehen, z.B. Studiendauer von sechs Semestern (ist nur Mindestdauer).
• Zwei-Klassen-Abschlüsse, da nicht alle Absolventen einen Master-Platz bekommen.
• In einigen Fächern haben Bachelor-Absolventen kaum Berufschancen.
• Hintergrund: Die EU hat keine Kompetenzen im Bereich Bildungspolitik. Viele denken, Bologna sei eine EU-Vereinbarung und bei Nichteinhaltung würde es Sanktionen geben, das stimmt aber nicht.
• Nationale Besonderheiten gehen verloren, z.B. Diplomstudiengänge, die international geschätzt wurden.
• Dass die Umsetzung bis 2010 nicht erreichbar ist, wurde schon eingeräumt.

3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Bitte achtet auf die Grammatik, wenn es schon um Bildung geht!

- Zeile 1: "vorgetragen, DEREN..."

- "Wegen dem Bologna-Prozess" --> Genitiv

Anonym hat gesagt…

Ja, einmal Korrektur lesen hätte nicht geschadet. Ansonsten informativ!

Anonym hat gesagt…

Hört sich an als wäre vieles davon sinnvoll ...

Einige der Kritikpunkte sind leider nicht nur auf das neue Bologna-System zu beziehen, sondern sind schon länger aktuell. Außerdem ist bei viele Punkten die Hochschulleitung der Ansprechpartner nicht die Politik. Bitte aufpassen dabei!

Ansonsten gute Arbeit ...

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