Donnerstag, 19. November 2009

Zusammenfassung: Plenumssitzung am 19.11. um 8:00 Uhr

19.11.2009, Plenum 8:30

Tagesordnungspunkt 1: Proteststil

Wie gehen wir damit um, wenn Mitstudent(inn)en in den Hörsaal wollen?

- Lösungen der LMU zum Problem mit 'streikbrechenden Student(inn)en'
- es werden alternative Räume zur verfügung gestellt
- es gibt Informationen für die Dozierenden, wie Vorlesungen auf Video aufgenommen und online gestellt werden können

- Kritik an der Unterteilung der Studierendenschaft in BesetzerInnen und potentielle StreikbrecherInnen
- es sollte eine Kommunikation mit den "Wiwis" angestrebt werden
- während der Besetzung sind parallel stattfindende Vorlesungen im besetzten Hörsaal abzulehnen (was aber ohnehin schon beschlossen war)

- Information aus den Medien: Vorlesungen sollen in die Mensa verlegt werden

- Vorschlag: den Streikgegner(inne)n unter den Studierenden sollten die konkreten Forderungen dargelegt werden, um für die Probleme zu sensibilisieren

- laut StuRa leiden insbesondere die Erst- und Drittsemester unter dem Ausfall von Vorlesungen in Hörsaal 1

- Dozent(inn)en der WiWi-Fakultät sollten direkt angesprochen werden
- es sollte z.B. gegenüber den Studierenden der WiWi-Fakultät darauf hingewiesen werden, dass der Bau der WiWi-Fakultät Folge eines erfolgreichen Studierendenprotestes 1989 war
- ein Recherche-Team besteht bereits, war aber bislang nicht erfolgreich
- Abstimmung: Delegation an die WiWi-Fakultät?
- Zustimmung
- Bestimmung von 7 Zuständigen (Freiwillige)

- Abstimmung: Was soll geschehen, wenn streikbrechende Studierende den Saal stürmen wollen?
- Darf die Vorlesung stattfinden? - Nein
- Dürfen sie den Saal betreten? - Ja

- Abstimmung: Wie soll die Abhaltung der Vorlesung verhindert werden?
- Redebeiträge zur Abstimmung:
- Alternativvorlesung abhalten
- Hinweis, dass bereits am Dienstag abgestimmt wurde: Pfeifen
- Verhindern der Vorlesung durch Diskussion (nochmaliger Hinweis, dass Diskussionen von großer Notwendigkeit sind)
- Abstimmungsergebnis: Wir wollen erst mit den WiWi-Student(inn)en ins Gespräch kommen

- Bregrenzung der Diskussionszeit
- ausgearbeitete Punkte als Diskussionsvorlage
- ab halb drei Uhr nachts stehen zwei ausformulierte Vorschläge
- Info-AG: PPP vorstellen
- Presseschau für alle anwesenden Student(inn)en

Abstimmung: PPP der Info-AG, Vorstellung des vorläufigen Positionspapiers, Fragen von dazustoßenden Student(inn)en

(Unterfütterungs-AG soll mit Info-AG enger zusammenarbeiten)

Vorschlag angenommen.

TOP: Proteststil
- vorsichtiger Umgang mit der Universitätsleitung, Unileitung vor das Plenum, Rechtfertigung, gemeinsam nach München
- Wir sollten uns nicht "einlullen lassen"
- "Wir wissen aus früheren Erfahrungen, dass sich durch diese Einlull-Taktik nichts verändert."
- Den Gruppen, die uns ohnehin schon unterstützen (z.B. Gebäudemanagement), sollten wir entgegenkommen - jedoch keine Eingeständnisse gegenüber der Unileitung.
- Entgegenkommen gegenüber denjenigen Abteilungsleitungen, die auch uns entgegenkommen.
- Es gibt bereits eine Uni-Konktakt-Gruppe; Die Bereitstellung der Anlage, etc. ist jedoch kein Entgegenkommen, da der Raum besetzt ist.
- Es handelt sich nicht nur um einen Studierenden- sondern allgemein einen Bildungsstreik; das sollte bedacht werden.
- Wir können zeigen, dass wir prinzipiell gesprächsbereit sind - auf dem Niveau einer politisch-akademischen Auseinandersetzung - aber wir sollten unsere Forderungen inhaltlich nicht relativieren.
- M: Es geht letztlich um die Inhalte. "Wir wollen die Studienbedingungen verändern, was hat das Gebäudemanagement damit zu tun?!"
- Gegenrede: Bildung betrifft generell die gesamte Gesellschaft.
- Hinweis, dass unterschieden werden muss: Haltung gegenüber der Unileitung <-> gegenüber dem Gebäudemanagement
- Der Uni-Kontakt-Gruppe wird ihre Kooperation mit der Gebäudereinigung zu unrecht vorgeworfen - Die Entfernung des Abfalls ist beispielsweise im Interesse der BesetzerInnen selbst.
- Problem: Es könnte passieren, dass externe Gruppen (Antifa, schwarzer Block) den Hörsaal/die Uni am Wochenende stürmen, wenn die Verantwortung allein bei den Studierenden liegt.
- "Bildungsstreik" ist unser gemeinsames Ziel - wir müssen uns bewusst sein, dass wir auch Freunde außerhalb der Uni haben. "Ich besetze diesen Hörsaal nicht nur für meinen eigenen Nutzen, sondern auch aus Solidarität mit den Schüler(inne)n, weil diese auch unter dem Bildungssystem leiden, ebenso wie die Studierenden anderer Universitäten." Selbst wenn die "Streikbrecher" in der Mehrheit sein sollten, diese Besetzung ist Teil einer europaweiten Bewegung, wir sind nicht zu wenige!
- Vorschlag: TOP Proteststil sollte verschoben werden
-> Abstimmung: -> TOP sollte vertagt werden
- Gegenreden:
- Es geht nicht nur ums Gebäudemanagement.
- Wohin soll dieser TOP verschoben werden? Um 18 Uhr müssen inhaltliche Probleme besprochen werden. Proteststil sollte jetzt besprochen werden (Zustimmung)
- Es gibt auch noch weitere Fragen, z.B. was geschehen soll, wenn externe Gruppen eindringen wollen, wenn der Raum zu klein wird, etc.


-----Wechsel der Moderation -----

- Wie sieht unser Protest aus? - Konstruktive Vorschläge?
- Diskussion mit der Presse? Oder Beschränkung auf interne Diskussion?
- Es geht nicht nur um das Verhalten gegenüber der Unileitung, sondern den Proteststil allgemein.
- Es ergibt keinen Sinn, die bisherige Kooperation (inbesondere gegenüber Gebäudemanagement) plötzlich einzustellen.
- Es ist beschlossen worden, dass wir erst zur Unileitung gehen, wenn über die Inhalte abgestimmt worden ist. Es ist nicht notwendig, darüber zu diskutieren, in welcher Form/Lautstärke, etc. die resultierenden Forderungen vorgetragen werden sollen.
- Vorschlag: erst Abstimmung über Streikwache am Wochenende, dann Abstimmung über den Inhalt
- Redebeiträge:
- Am Wochenende sollten nur autorisierte Personen anwesend sein dürfen.
- Jemand, der autorisiert ist, sollte immer da sein.
- Es ist auf jeden Fall notwendig, dass jemand am Samstag hier ist, da die Besetzung sonst ihren Sinn verfehlt.
- Es geht nicht um eine Selbstüberwachung, sondern darum, dass Personen anwesend sein werden, die mit der Sache nichts zu tun haben, und die sich vielleicht mit den Angehörigen des Plenums z.B. über das Rauchverbot im HS1 streiten wollen - hier sollte jemand als Ordnungsperson autorisiert sein.
- Einwand: Es sollte hier keine Party gefeiert werden - dies würde unser Anliegen in ein falsches Licht rücken.
- An anderen Universitäten waren Programmelemente wie Bands, etc. erfolgreich und verliefen ohne Störungen.
- Programm außerhalb des Inhaltlichen ist auch zur Motivation der BesetzerInnen zu wünschen.
- Wenn externe Personen angezogen werden, kann dies durchaus positiv für unser Anliegen sein.
- Streikwache
- Bereits gestern Abend wäre die Sache beinahe aus dem Ruder gelaufen, wenn nicht jemand das Wort ergriffen hätte und auf die im Plenum beschlossene Nachtruhe ab 1 Uhr hingewiesen hätte.
- Abstimmung: Streikwache? - Ja.
- Wer soll die Streikwache übernehmen / AG-Gründung?
- Antrag: Die Streikwache soll auf die Einhaltung der Raumordnung achten. Die Raumordnung ist bereits vom Plenum beschlossen und immer wieder ergänzt worden.
- Die Streikwache sollte nicht alkoholisiert sein.
- Meldungen von Freiwilligen für eine streikwache - 5 Freiwillige.

[Uhrzeit: 9:45] -----Moderationswechsel ------

- Anfrage des StuRa Phil.-Soz. ob eine Delegation zur Sitzung soll? Abstimmung: Ja.
- Soll von Phil-Hist auch jemand mitgehen? - ?

- Presse-AG:
- Der Streik ist weltweit bekannt. Es werden weltweit immer mehr; darunter auch immer mehr Hochschulen.
- Es gibt eine Skype-Konferenzschaltung. - Zusammenarbeit und Informationsaustausch mit den anderen Unis.

- Präsentation der Info-AG:
[- Eintreffen von Student(inn)en der 10-Uhr-Vorlesung - AGs werden vorgestellt]

1.: Soziale Herkunft
- Überrepräsentation der oberen / Unterrepräsentation der niedrigeren sozialen Schichten
- Kontrast 81% aller Kinder aus den höheren Schichten studieren <-> 11% aus den unteren
- Zitat Rainer Geißler

- Prof. Dr. Schrödel ist eingetroffen und schlägt vor, sich mit den Student(inn)en vor der Cafete zu treffen, um Fragen zum Stoff zu diskutieren.
- Einladung an die WiWi-Studenten, sich an den Diskussionen zu beteiligen
- Fortsetzung: AG Info

2: Startschwierigkeiten
- Rückgang der Ersteinschreibungen infolge von Studiengebühreneinführung
- Probleme im Studium: psychologische Beratungsstellen zu 30% von Student(inn)en aufgesucht (Zeitprobleme, Leistungsdruck, Geldprobleme)
- Rückgang des Engagements neben dem Studium
- Rückgang der Zahl der Erasmus-Studierenden aus Deutschland
- Finzanzielle Probleme
- Bafög
- Statistik zur Stipendienvergabe: gefördert werden v.a. die aus gehobenen Schichten
- Berufstätigkeit während dem Studium
- Rückgang der Ausgaben von Seiten des Freistaates Bayern für die Hochschulen


TOP: Forderungskatalog
- Auftrag des AKs: Die Kataloge aus Würzburg (an Unileitung und Landtag) sollen entsprechend den Ergänzungen des Plenums abgeändert werden.
- Prozedere: Durchgehen aller Absätze, dann Abstimmungen
- Der Forderungskatalog, den die AG letzte Nacht erarbeitet hat, wird vorgelesen. [Uhrzeit: 10:22]
- offene Fragen: BAFög für Masterstudierende? Reakkreditierung?
- Redebeiträge:
- Forderung nach elternunabhängigem Bafög

1. Absatz: Abstimmung -> akzeptiert

2. Absatz: zu Studienbedingungen/Bolognaprozess
- Nachfragen: keine
- Änderungsanträge: keine
- Abstimmung: akzeptiert

3.: individuelle Schwerpunktsetzungen [Uhrzeit: 10:30]
- Nachfragen/Änderungsanträge:
- Was bedeutet "ausreichend": Verlängerung der Studienzeiten, weil Veranstaltungen aus organisatorischen Gründen nicht belegt werden konnten
-> Änderung der Formulierung (Präzisierung)
- Abstimmung: Satz muss nochmal überarbeitet werden im Hinblick auf die Formulierung "ausreichend"
- Wie soll das "Mitbestimmungsrecht" wahrgenommen werden - Konkretisierung?
- Abstimmung: Konkretisierung ist notwendig
- Vorschlag: Der Forderungskatalog soll an die Fraktionen im Landtag gesendet werden, nicht nur an die Regierung

4.: kein unnötiger Leistungsdruck, weniger Prüfungen, mehr Zeit für eigene Schwerpunktsetzungen und eigene Weiterbildung
- Anträge/Nachfragen:
- Einfügen des Begriffs "wissenschaftlich" -> "selbstständiges wissenschaftliches Arbeiten" (Zustimmung)
- Problematisch: "unnötiger Leistungsdruck"
- Abstimmung -> die beiden Überarbeitungen sollen durchgeführt werden.

5.: Teilzeit- und Doppelstudium
- Anträge/Nachfragen:
- Von welcher Stelle aus muss/kann ein Doppelstudium gewährleistet werden.
- Teilzeitstudium ist prinzipiell immer möglich? - Problem beim BA: Pfichtveranstaltungen
- Formulierung sollte explizit Alleinerziehende erwähnen - Entgegnung: alle familiären Konstellationen sollen in der Formulierung eingeschlossen sein - deswegen ist sie allgemein gehalten

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