Mittwoch, 25. November 2009

Pressemitteilung: vorläufige Forderungen der BesetzerInnen der Universität Augsburg

Am Dienstag haben in Würzburg Delegierte vieler besetzter bayerischer Universitäten einen vorläufigen gesamtbayerischen Forderungskatalog erstellt. Dieser soll am Mittwoch Wissenschaftsminister Heubisch übergeben werden. Auch Delegierte des besetzen Hörsaals I der Universität Augsburg waren in Würzburg anwesend. Jedoch haben die Augsburger Vertreter diesen Forderungskatalog nicht unterzeichnet.

Die darin aufgeführten Punkte unterstützen wir voll und ganz. Allerdings ist dieser Katalog nicht umfassend und detailliert genug, um die Missstände des Bildungssystems vollständig lösen zu können.

Wir als Teil des Bildungsstreiks solidarisieren uns mit allen am Bildungssystem Beteiligten. Der in Würzburg formulierte vorläufige Katalog beschränkt sich im Moment jedoch auf die Interessen der Studierenden. Er muss gerade um die Anliegen der Schüler, Lehrer, Dozenten und Lehrstuhlinhaber ergänzt werden.

Um diese Anliegen angemessen formulieren zu können, braucht es Zeit - sonst würden am Ende dieses Prozesses wieder einmal nur Scheinlösungen stehen, die nur Symptome behandelt und nicht die Ursachen bekämpft hätten.

Deshalb sehen wir uns noch nicht in der Lage, morgen eine vollständig ausformulierte Fassung unserer Forderungen zu überreichen. Es finden sich im Anhang die bisherigen Beschlüsse der Augsburger Studierenden, die aber in der kommenden Zeit noch erweitert werden.

Zudem ist Herr Heubisch nur einer von beiden am Bildungssystem beteiligten Staatsminister. Wir sind interessiert an einer breit angelegten Bildungsdiskussion, weshalb wir in regelmäßigem Kontakt mit verschiedenen am Bildungssystem Beteiligten stehen.
Um all diese Interessen zu bündeln und die längst überfälligen Veränderungen voranzutreiben, ist ein zeitintensiver Diskurs notwendig und unumgänglich.

Zu den vorläufigen Forderungen der BesetzerInnen der Universität Augsburg

Der Universität wurden mittlerweile ebenfalls Forderungen, spezifisch an diese gerichtet, überreicht:

Zu den vorläufigen Forderungen der BesetzerInnen an die Universität

17 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Gute Aussage klar und deutlich Formuliert. Super. Dank an die Autoren.

Anonym hat gesagt…

Wollt ihr wirklich dass die rote Grütze hier das Sagen übernimmt?

Florian hat gesagt…

Wir beschäftigen uns zwar sehr gern mit Nachtisch, inhaltliche Debatten statt hohler Polemik sind aber NOCH lieber.

Anonym hat gesagt…

immer diese linken, tolle Ideen aber keine Ahnung von Finanzierungsmöglichkeiten! Einfach nur "haben wollen"... traurig

Anonym hat gesagt…

1. Wenn du sinnvolle Kritik anzubringen hast, komm doch ins Plenum und äußere sie. Das steht jedem frei und ist sogar erwünscht.

2. Wenn du unsere Staatsausgaben siehst, sollte man vielleicht doch an der einen oder anderen Stelle über eine Umschichtung Richtung Bildungssystem nachdenken dürfen.

Anonym hat gesagt…

Immer diese Leute mit Ahnung von Finanzen, volle Geldbeutel aber keine Ahnung von Sozialsystemen! Einfach nur "behalten wollen"...traurig

Hannes hat gesagt…

Ich finde die Forderungen sehr fut und umfassend.
Ich hoffe, dass auch die Forderungen der Schülerinnen und Schüler bald kommen. Die dürfen nicht vergessen werden!

Johannes hat gesagt…

wollte mal fragen, ob jemand die zeit und lust hat, die forderungen zu überarbeiten. nicht was den inhalt angeht, sonder was die rechtschreibung und gramatik und sowas angeht... das is bissle doof, wenn man so nen forderungskatalog aufstellt und der irgendwie nich richtig durchformuliert is.......
meine meinung! - aber danke schonmal!

Tobias hat gesagt…

Hab ich gestern gemacht. Muss nur noch veröffentlicht werden.

Christoph hat gesagt…

elternunabhängiges bafög in gleicher höhe und länge für alle?
dies führt zu staatlich geförderten, sozial ungerechten und ungleichen einkommensverhältnissen der studierenden.
alle studierenden müssten zudem mit mitteln ausgestattet werden die auf dem niveau des bisherigen höchstsatzes bzw. darüber liegen würden.
wer soll diese entlastung von besserverdienenden familien bitte bezahlen?

Anonym hat gesagt…

gibts auch forderungen zur (verbesserung der)
transparenz bei der verteilung von hochschulgeldern??

Anonym hat gesagt…

Da stimme ich Christoph zu, wieso denn Bafög für alle? Kann dies "konkrete Utopie" sein?

Anonym hat gesagt…

Bafög für alle, Studium für alle, gute Noten für alle, am besten 10 Semester fürn Bachelor.. bla bla.. immer diese Linken...

AG Presse hat gesagt…

Wir sind selbstverständlich immer offen für konstruktive Vorschläge zur Änderung unseres Forderungskataloges - kommt doch einfach zur Plenumssitzung im Hörsaal, wir diskutieren gerne alle Verbesserungsmöglichkeiten.

Anonym hat gesagt…

zur ersten Forderung hinsichtlich BAföG: meines Wissens muss seit 2004 kein inhaltlicher Zusammenhang mehr zwischen BA und MA Studiengang bestehen. Hab das eben auchnochmal nachgelesen: www.bafoeg-rechner.de/FAQ/master.php#b_grund
immer weiter kämpfen!!!

Anonym hat gesagt…

Elternunabhängiges Bafög wäre nur fair, da der Staat dich ja auch nicht anruft und dir rät dieses oder jenes zu studieren, weil er dir Geld gibt und du abhängig von ihm bist.

Dass es bis jetzt kein elternunabhängiges Bafög gibt, zeigt nur die derzeitige Hilflosigkeit der Politik. Wenn dann sollen sie das Geld doch direkt von den Reichen nehmen und nicht deren Kinder belästigen, die dann kein Bafög bekommen, weil ihre Eltern zu viel verdienen. Denn wer stellt schon seine Eltern vor Gericht, wenn er sich nicht gut versteht mit ihnen?

Anonym hat gesagt…

Hier nochmal das dokumentierte Schreiben an die Studiendekane:

Sehr geehrte Frau Kollegin,
sehr geehrter Herr Kollege,

im zweiten Teil der heutigen Sitzung der "Kommission für Lehre und
Studierende" hat eine Diskussion über die Forderungen und Erwartungen der Studierenden stattgefunden, die zur Zeit den Hörsaal I besetzen. An dieser Diskussion haben auf meine Einladung hin die Studiendekane, die gewählten Studierenden der sieben Fakultätsräte der Universität Augsburg, die ASTA-Sprecher und eine Gruppe der Studierenden aus Hörsaal
I teilgenommen.

Auf der Basis eines Textes, den die Studierenden aus Hörsaal I den Gesprächsteilnehmern vorgelegt haben, ist die folgende Vorgehensweise als notwendig erachtet worden:

1.
Zu Punkt 1 des studentischen Schreibens "Studienbedingungen"(siehe Anlage) ergeht an die Studiendekane die Bitte und Erwartung der
Universitätsleitung, im Rahmen der an ihrer Fakultät eingerichteten Bachelor- und Masterstudiengänge zu ermitteln, wo und auf welche Weise Optimierungsbedarf im Sinne der KMK-Kritik, der Kritik der studentischen
Mitglieder der Fakultätsräte sowie der in Hörsaal I protestierenden Studenten an den jeweiligen Studiengängen und Prüfungsordnungen besteht.

Diese Überprüfung soll im Januar 2010 erfolgen und bis Ende des Monats Januar 2010 in schriftlicher Form an die Universitätsleitung zur Weiterbehandlung gesandt werden. Um die Studierenden und die anderen Gruppen der Universität an dem Diskussionsprozess zu beteiligen, soll von den Fakultäten ein breiter, studiengangsbezogener Diskurs in Gang
gesetzt werden. Dies kann in einer studiengangsbezogenen Vollversammlung
mit Wahl entsprechender Gesprächspartner, durch Initiative der Fachschaften in Großveranstaltungen der jeweiligen Studiengänge, durch eine E-Mail-Information aller das Fach Studierender, durch eine
allgemeine Informationsveranstaltung und/oder durch entsprechende Einladung an die Fachschaftsvertreter und gewählte Studierende
geschehen. Ziel sollte es sein, den Diskussionsprozess auf eine breite
Basis bei den Studierenden zu stellen. Damit der Termin für die schriftliche Fassung optimierter Studiengänge eingehalten werden kann, sollte diese Initiative möglichst in der ersten Woche des neuen Jahres beginnen.

2.
Zu Punkt 2 des studentischen Schreibens "Studiengebühren"(siehe Anlage)
ergeht an die Fakultäten der Universität Augsburg die Bitte, über die Höhe der erforderlichen Studienbeiträge und über die Forderung nach Transparenz ihrer Verwendung erneut zu befinden. Das Ergebnis der fakultätsinternen Diskussion soll an die Universitätsleitung gerichtet werden, damit dort weiter beraten werden kann.

Mit Dank im Voraus für Ihre Bemühungen
und besten Grüßen

Ihr
Prof. Dr. Dr. Werner Wiater (Vizepräsident für Lehre und Studierende)

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